{"id":147,"date":"2012-04-12T12:16:15","date_gmt":"2012-04-12T10:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/?p=147"},"modified":"2012-04-11T20:19:03","modified_gmt":"2012-04-11T18:19:03","slug":"dubai-stadt-der-superlative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/2012\/04\/dubai-stadt-der-superlative\/","title":{"rendered":"Dubai, Stadt der Superlative"},"content":{"rendered":"<p>Es ist kaum vorstellbar, dass Dubai noch in den 1960er Jahren eine Beduinensiedlung am Meer war, die vom Fischfang lebte. Heute dominieren Wolkenkratzer und Baukrane die Skyline. Gebaut wird \u00fcbrigens im 3-Schicht-Betrieb &#8211; je nach Auswahl bzw. Lage des Hotels k\u00f6nnte man also rund um die Uhr Baul\u00e4rm ausgesetzt sein! Der Reichtum und kometenhafte Aufstieg von Dubai kam mit der Entdeckung und Exportes des Erd\u00f6ls. Heute allerdings machen die Erd\u00f6leinnahmen nur mehr ca. 20% des Budgets aus, der Scheich hat alternative Geldquellen er\u00f6ffnet, denn in ca. 15 bis 40 Jahren wird kein \u00d6l mehr fliessen. Dem jetzigen Herrscher von Dubai, Mohammad Bin Rashid Al Maktoum wird nachgesagt, dass er der &#8222;Superlativ-Scheich&#8220; sei; er will das beste, gr\u00f6sste, h\u00f6chste, schnellste Was-auch-immer haben. Das gelingt ihm ja ziemlich gut&#8230;. mit eigenen Augen haben wir das h\u00f6chste Geb\u00e4ude und das gr\u00f6sste Einkaufszentrum gesehen. Der &#8222;Burj Khalifa&#8220; ist mit 828 Metern wirklich sehr hoch (obwohl man eigentlich nicht den Eindruck hat, dass es so hoch ist, wenn man direkt davor steht). Mit dem schnellsten Lift der Welt w\u00fcrde man in nur 56 Sekunden in den 124. Stock auf 424 Meter H\u00f6he bef\u00f6rdert, dort bef\u00e4nde sich eine \u00f6ffentliche Aussichtsplattform.<!--more Weiterlesen--><\/p>\n<p>Als wir daf\u00fcr ein Ticket kaufen wollten, waren die &#8222;Touren&#8220;, die jede halbe Stunde nach oben gehen, bis zum \u00fcbern\u00e4chsten Tag ausverkauft! Leicht entnervt haben wir dann am Ticketschalter gefragt, ob man auch ohne Reservation nach oben gelangen kann &#8211; das h\u00e4tte man k\u00f6nnen, f\u00fcr umgerechnet 200 Franken (ein Vielfaches vom &#8222;Reservationspreis&#8220;) und einiges Schlangestehen. Das haben wir dann aber bleiben lassen &#8211; was will man auch wie alle anderen runtergucken und trotzdem nichts sehen bei diesem Smog :-). Das Geld k\u00f6nnte man besser investieren (meinte Sue), denn die Ausflugsm\u00f6glichkeiten bieten beispielsweise auch noch eine &#8222;Stadtrundfahrt&#8220; mit dem Helikopter an&#8230;<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zu diesem Burj (Turm): Das Geb\u00e4ude hiess urspr\u00fcnglich &#8222;Burj Dubai&#8220; (in manchen Stadtpl\u00e4nen und Reisef\u00fchrern heisst er auch tats\u00e4chlich so), aber dem Scheich ging im Zuge der Finanzkrise vor zwei Jahren das Geld aus, da half ihm der Scheich von Abu Dhabi, Khalifa Bin Zayed Al Nahyan, mal kurz mit l\u00e4ppischen 10 Mia US-Dollar aus. Als Dank f\u00fcr das Geschenk heisst das Geb\u00e4ude nun also &#8222;Burj Khalifa&#8220;. Der Scheich von Abu Dhabi ist \u00fcbrigens auch der Pr\u00e4sident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), der Scheich von Dubai sein Vize. Die Vereinigung der 7 Emirate (2 weitere haben nicht unterschrieben) fand nach zwei vormalig gescheiterten Versuchen am 2. Dezember 1971 statt. Vier der Emirate sind eher arm, drei sind reich &#8211; Abu Dhabi ist das reichste; im Vergleich dazu sei Deutschland (oder auch die Schweiz) ebenfalls in die Kategorie &#8222;arm&#8220; einzuteilen. Am Nationalfeiertag, also am 2. Dezember, findet jeweils ein grosses Fest f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung statt und es gibt Geschenke vom Scheich. Geschenke gibt es in Dubai auch zu anderen Anl\u00e4ssen, so zB. bei einer Heirat von 21-j\u00e4hrigen Einheimischen &#8211; eine Villa und ein zinsloses Darlehen in Millionenh\u00f6he (in lokaler W\u00e4hrung Dirham, AED) mit einer Laufzeit von ca. 60 Jahren. Und wer sich jetzt denkt, cool, angle ich mir doch mal einfach einen Kerl von Dubai und heirate ihn &#8211; nichts ist, denn durch Heirat wird man nicht eingeb\u00fcrgert (auch nach x Jahren nicht). Allerdings wurde das Thema der Einb\u00fcrgerung per Anfang diesem Jahr etwas aufgelockert, neu werden Kinder aus gemischten Ehen mit 16 Jahren eingeb\u00fcrgert. Die L\u00f6hne der Einheimischen sind \u00fcbrigens auch nicht schlecht: bis letztes Jahr verdiente man zwischen 6&#8217;000 und 10&#8217;000 Euro pro Monat &#8211; ab diesem Jahr hat der Scheich das Einkommen mal eben verdoppelt, man weiss ja sonst nicht recht wohin mit dem vielen Geld&#8230; Arbeitslosigkeit gibt es \u00fcbrigens keine hier &#8211; alle arbeiten im staatlichen Dienst (wenn sie denn arbeiten wollen). Einheimische hat es in Dubai \u00fcbrigens gar nicht mehr so viele, es sind nur gerade 10%. Der Rest sind Gastarbeiter aus allen Teilen der Welt, die Mehrheit stellt jedoch Indien. Die L\u00f6hne der Bauarbeiter sind im Vergleich dann eher tief mit 200 Euro pro Monat &#8211; daf\u00fcr werden Nebenkosten wie Miete, Essen, Transport etc. vom Arbeitgeber \u00fcbernommen (das k\u00f6nnte man bei uns ja auch einf\u00fchren). Interessant ist auch, dass es keine einheimischen \u00c4rzte und Apotheker in Dubai gibt, diese kommen zu 95% aus Deutschland.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zum gr\u00f6ssten Einkaufszentrum der Welt, genannt &#8222;Mall of Dubai&#8220;, gelegen direkt beim Burj Khalifa. Es beherbergt 1200 Gesch\u00e4fte und wir waren in jedem einzelnen&#8230; nein, nat\u00fcrlich nicht, dazu h\u00e4tten wir ja gar nicht gen\u00fcgend Zeit. Eigentlich war ich (Sue) eher entt\u00e4uscht, irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt. Genauso gut kann man ins Westside in Bern gehen (klar, dieses ist &#8222;etwas&#8220; kleiner) aber ich muss sagen, hast du eine Mall gesehen, kennst du sie alle. Zudem gibt es in dieser Mall nur Gesch\u00e4fte der internationalen Labels &#8211; mir hat vermutlich das Arabische gefehlt. Ich w\u00fcrde n\u00e4mlich gerne noch so typische &#8222;Gaguf\u00e4ngerhosen&#8220; ergattern&#8230; Zugegenermassen gibt es im Gegensatz zum Westside noch so das eine oder andere Spezielle: so ein riesiges Aquarium, durch das man hindurchgehen kann, oder eine Eisbahn, einen Wasserfall und sonst noch einige verr\u00fcckte Dinge. Das zweitgr\u00f6sste Einkaufszentrum, die Mall of the Emirates, haben wir auch besucht. Dort befindet sich auch die Skihalle von Dubai. V\u00f6llig gest\u00f6rt ist das&#8230; da haben wir uns gerade eine Woche nach Fiss zur\u00fcckversetzt gef\u00fchlt, als wir den Ski- und Schuhverleih angeschaut haben (\u00fcbrigens hat es auch genau so typisch gerochen!). Aber besucht ist diese Skihalle ziemlich gut (tats\u00e4chlich auch von Schweizern!). Witzig zuzusehen: eben noch im arabischen Gewand, jetzt mit Skiausr\u00fcstung auf dem Sessellift bei -2 Grad.<\/p>\n<p>Wie schon kurz angedeutet, gibt es in Dubai neu auch eine Metro. Diese verl\u00e4uft nicht unterirdisch sondern als magnetische Schwebebahn ca. 5 Meter \u00fcber dem Boden. Die rote Linie wurde per 9.9.2009 er\u00f6ffnet, die gr\u00fcne Linie per 9.9.2011, weitere Linien bzw. Stationen befinden sich im Bau. Die gesamte Strecke von ca. 47 Kilometer kann mit einer Tageskarte befahren werden, die nur ca. 4 Franken kostet. Als Tipp f\u00fcr alle, die damit noch fahren wollen: zieht euch warm an, es ist saukalt in den Z\u00fcgen. Und extrem sauber, nicht weil sie noch so neu ist, sondern weil zB. essen und trinken nicht erlaubt ist. Das haben wir gerade noch vor dem ersten Bissen in einen Blueberry-Muffin gesehen&#8230;. Aber auf die Sauberkeit und somit den optischen Eindruck wird generell sehr viel Wert gelegt. Es setzt n\u00e4mlich eine Busse von ca. 100 Euro ab, wer etwas auf den Boden wirft oder mit einem schmutzigen Auto durch die Gegend f\u00e4hrt! Und damit das niemand vergisst, wird dies auch t\u00e4glich in den Printmedien in Erinnerung gerufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist kaum vorstellbar, dass Dubai noch in den 1960er Jahren eine Beduinensiedlung am Meer war, die vom Fischfang lebte. Heute dominieren Wolkenkratzer und Baukrane die Skyline. Gebaut wird \u00fcbrigens im 3-Schicht-Betrieb &#8211; je nach Auswahl bzw. 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