{"id":178,"date":"2012-05-01T02:43:32","date_gmt":"2012-05-01T00:43:32","guid":{"rendered":"http:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/?p=178"},"modified":"2012-04-30T02:47:00","modified_gmt":"2012-04-30T00:47:00","slug":"fruh-aufstehen-und-langsam-essen-in-shanghai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/2012\/05\/fruh-aufstehen-und-langsam-essen-in-shanghai\/","title":{"rendered":"Fr\u00fch aufstehen und langsam essen in Shanghai"},"content":{"rendered":"<p>Der Donnerstag, 26. April, war bisher der \u00e4rgste Fr\u00fchaufsteh-Tag &#8211; konkret ging der Wecker um 05:15 Uhr, damit wir p\u00fcnktlich und reisefertig am Gruppen-Treffpunkt sein konnten. Unsere Reisef\u00fchrerin Huing, \u00dcbername &#8222;Lili&#8220;, nahm uns in Empfang und erkl\u00e4rte uns danach ausf\u00fchrlich die einzelnen Orte und Sehensw\u00fcrdigkeiten.<\/p>\n<p>Shanghai, die &#8222;Stadt \u00fcber dem Meer&#8220;, ist mit 23 Mio Einwohnern die zweitgr\u00f6sste Stadt von China &#8211; die gr\u00f6sste Stadt (&#8222;Tchong Xing&#8220; oder so \u00e4hnlich, kenne aber kein Ausl\u00e4nder) hat anscheinend 32 Mio Einwohner; Peking liegt erst an dritter Stelle. Shanghai hat eine Fl\u00e4che von ca. 6&#8217;300 km2 (90 x 70 km) und befindet sich in der M\u00fcndung des Yangtse-Flusses. 18 Mio Personen wohnen direkt in der Stadt und ca. 5 Mio pendeln vom Land in die Stadt &#8211; die Arbeitslosigkeit betr\u00e4gt etwa 4.2%. Es arbeiten ca. 300&#8217;000 Ausl\u00e4nder hier und die Stadt verf\u00fcgt \u00fcber 2 internationale Flugh\u00e4fen und etwa 3.5 Mio private Fahrzeuge. Scherzhaft bezeichnen die Einwohner Shanghai auch als den &#8222;gr\u00f6ssten Parkplatz der Welt&#8220;, weil aufgrund des vielen Verkehrs manchmal nichts mehr geht.<!--more Weiterlesen--><\/p>\n<p>Mit dem Wetter hatten wir Gl\u00fcck &#8211; es war angenehm sonnig und warm (23 Grad), die letzten Tage war es regnerisch. Die Temperaturen reichen von 2 Grad im Winter bis zu 42 Grad im Sommer mit 100% Luftfeuchtigkeit (ca. 90 Sonnentage pro Jahr, sonst eher dunstig). Vor allem im Sommer gehen die Leute auch gerne direkt mit dem Pyjama auf die Strasse, weil das die luftigste Kleidung ist. Dies entspricht \u00fcbrigens einer Tradition &#8211; das Motto von Shanghai lautet darum auch &#8222;Hier kann man alles anziehen und alles kaufen&#8220;. Gem\u00e4ss Lili gilt f\u00fcr die kantonesische Region das Motto &#8222;Hier kann man alles essen&#8220; und f\u00fcr Peking &#8222;Hier kann man alles sagen&#8220;.<\/p>\n<p>Das Stadtgebiet wird in einen Ost- (Pu Dong) und einen Westteil (Pu Xi) unterteilt, wobei der \u00f6stliche Teil neu ist &#8211; vor etwa 7 Jahren war da noch praktisch nichts; vor allem im Hinblick auf die EXPO 2010 wurde sehr viel neu gebaut. Shanghai hinterl\u00e4sst \u00fcbrigens einen sehr &#8222;gr\u00fcnen&#8220; Eindruck, es hat viele Pflanzen und Gr\u00fcnanlagen &#8211; tats\u00e4chlich sollen auch 35% der Stadtfl\u00e4che mit Gr\u00fcn bedeckt sein. Die Magnolie gilt \u00fcbrigens als Blume der Stadt.<\/p>\n<p>Als erstes sind wir zum Shanghai World Financial Center gefahren, das ist das aktuell h\u00f6chste Geb\u00e4ude in Shanghai, und eines der heute \u00fcber 7&#8217;000 existierenden Hochh\u00e4user in Shanghai. Dort ging es mit einem Expresslift in weniger als einer Minute in den 94. Stock auf 423 Meter hinauf, wo wir einen Blick auf die umliegenden Geb\u00e4ude und den Huangpu-Fluss werfen konnten.<\/p>\n<p>Danach fuhren wir mit dem Bus zur &#8222;Longyang Road Station&#8220;, von dort f\u00e4hrt der Shanghai Maglev Train (Maglev steht f\u00fcr Magnetic Levitation Train &#8211; Magnetschwebebahn) zum Pudong International Flughafen, der seit 1999 offen ist. Speziell an dem Zug ist die Tatsache, dass es sich gem\u00e4ss Guinness Buch der Rekorde &#8218;um das aktuell schnellste Transportmittel auf dem Boden&#8216; handelt &#8211; der Zug f\u00e4hrt die 30 Kilometer lange Strecke in 8 Minuten, die maximale Geschwindigkeit betr\u00e4gt dabei 431 km\/h. Nach diesem Express-Abenteuer mussten wir am Flughafen etwas l\u00e4nger warten, bis uns der Bus wieder abholen kam &#8211; der kann nat\u00fcrlich mit diesem Tempo nicht mithalten.<\/p>\n<p>Weiter gings dann in die alte Stadt (d.h. den westlichen Teil), wo wir im &#8222;Lu Bo Lang&#8220; zu Mittag gegessen haben &#8211; das Restaurant ist anscheinend China-weit bekannt (vermutlich v.a. aufgrund der prominenten Besucher, wie wir den Fotos an der Wand entnehmen konnten). Zum Essen w\u00fcnscht man sich anstelle des bei uns \u00fcblichen &#8222;en Guete&#8220; hier \u00fcbersetzt ein &#8222;langsam essen&#8220;. Wie in letzter Zeit \u00fcblich, gab es prim\u00e4r Dim Sum mit unterschiedlichen F\u00fcllungen zu essen &#8211; in der Reisegruppe wurde der Wunsch ge\u00e4ussert, dass mal wieder eine Bratwurst mit Pommes frites f\u00e4llig w\u00e4re&#8230; \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen ging es via einer Zick-Zack-Br\u00fccke in den Yuyuan Garten, welcher \u00fcber 400 Jahre alt ist und in der Ming Dynastie von einem Finanzminister f\u00fcr seine Eltern zur Erholung erstellt wurde. Im 40&#8217;000 m2 grossen Garten ist es dank vielen B\u00e4umen und Wasserl\u00e4ufen angenehm k\u00fchl &#8211; auch darum ist der Garten ein beliebtes Ausflugsziel. Mit &#8222;Zick-Zack-Br\u00fccke&#8220; ist \u00fcbrigens die Tatsache gemeint, dass die Br\u00fccke nicht gerade verl\u00e4uft, sondern eben im Zick-Zack, so dass die Geister nicht dar\u00fcber gehen k\u00f6nnen. Wegen der b\u00f6sen Geister haben die alten H\u00e4user in China \u00fcbrigens hohe T\u00fcrschwellen, weil so die Geister nicht hineinschleichen k\u00f6nnen. Generell haben viele Dinge f\u00fcr die Chinesen eine spezielle Bedeutung &#8211; beispielsweise Zahlen: 4 = Tod, 6 = alles Gute, 8 = Reichtum, 9 = langes Leben. Bei den Gegenst\u00e4nden steht eine Vase f\u00fcr &#8222;Ruhe&#8220; und ein Spiegel f\u00fcr &#8222;Frieden&#8220;, bei den Tieren ein Drache f\u00fcr Gl\u00fcck und Macht und eine Fledermaus steht f\u00fcr ein langes Leben.<\/p>\n<p>Nach der Garten-Tour kamen wir in den Genuss einer Tee-Zeremonie im &#8222;Fenghui Teahouse&#8220;, in welchem wir verschiedene Tee&#8217;s probieren konnten, welche frisch zubereitet wurden. So eine Zeremonie w\u00fcrde regul\u00e4r 3-4 Stunden dauern &#8211; wir hatten knapp 30 Minuten, darum hat es auch nicht f\u00fcr viele Teesorten gereicht. Beim Jasmin-Tee war interessant, wie sich die Blumenbl\u00fcte im heissen Wasser \u00f6ffnet. Und der Ginseng Tee wurde als M\u00e4nner-Tee vorgestellt, hilft beim Abnehmen und st\u00e4rkt die Abwehrkr\u00e4fte. Zu denken geben kann einem die Aussage, dass die Chinesen nur frischen Tee aus der ersten oder zweiten Ernte trinken und der Tee aus der dritten Ernte dann zu Teebeuteln verarbeitet wird&#8230;<\/p>\n<p>Zuletzt besuchten wir zur Abwechslung mal wieder einen Tempel, diesmal einen mit Jade-Buddhas. Speziell dabei ist, dass in dem Tempel, welcher 1882 gebaut wurde, auch M\u00f6nche leben und in dem Tempel zwei verschiedene Buddhas (einer liegend, einer sitzend) aus Jade besichtigt werden k\u00f6nnen. Der sitzende Buddha (gr\u00fcne Jade) ist 195 cm hoch und etwa 3 Tonnen schwer, der liegende Buddha (aus weisser Jade) ist etwas kleiner &#8211; beide stammen urspr\u00fcnglich aus Burma. Die Farben werden nat\u00fcrlich auch wieder assoziiert: gr\u00fcn mit einem langen Leben und weiss mit Weisheit. Nicht das erste Mal haben wir bei einem Tempel-Besuch auch das Hakenkreuz auf der Brust der Buddhas gesehen &#8211; dies steht im Buddhismus aber seit jeher f\u00fcr Gl\u00fcck. Schade, dass man dies bei uns automatisch komplett anders interpretiert.<\/p>\n<p>Bei diesem Mammut-Programm konnten wir uns gar nicht mehr um&#8217;s Shopping k\u00fcmmern &#8211; empfehlenswert w\u00e4re anscheinend die Nanjing Road, deren Urspr\u00fcnge bis ins Jahr 1840 zur\u00fcckreichen. Die gr\u00f6sste Auswahl an Imitaten gibt es gem\u00e4ss dem schiffseigenen Reisespezialisten (Port Lecturer) in Hancity bzw. unter dem Shanghai Science &amp; Technology Museum (ca. 1&#8217;000 Shops) &#8211; da m\u00fcssen wir dann wohl das n\u00e4chste Mal hin&#8230; \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Donnerstag, 26. 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