{"id":180,"date":"2012-05-02T02:51:30","date_gmt":"2012-05-02T00:51:30","guid":{"rendered":"http:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/?p=180"},"modified":"2012-04-30T02:52:24","modified_gmt":"2012-04-30T00:52:24","slug":"tram-nagasaki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/2012\/05\/tram-nagasaki\/","title":{"rendered":"Mit dem Tram durch Nagasaki"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag, dem 28. April besuchten wir &#8211; wiederum bei sch\u00f6nem und warmem Wetter &#8211; Nagasaki in Japan. Traurige Ber\u00fchmtheit erlangte Nagasaki dadurch, dass die Amerikaner die zweite (viel st\u00e4rkere und &#8222;Fatman&#8220; genannte) Atombombe im zweiten Weltkrieg hier heruntergehen liessen. Aus diesem Grund sind auch die empfohlenen Sehensw\u00fcrdigkeiten der &#8222;Peace Memorial Park&#8220;, das &#8222;Atomic Bomb Museum&#8220; und der &#8222;Ground Zero&#8220;, d.h. dort wo die Bombe detoniert ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Reisegruppe war heute kein Ausflug geplant, so dass einige auf dem Schiff einen Ausflug buchten. Wir beide haben uns entschieden, Nagasaki auf eigene Faust zu entdecken. Das war insofern einfach, als dass der Hafen direkt im Zentrum von Nagasaki liegt und man somit quasi direkt in der Stadt aussteigen kann. Teilweise wird Nagasaki auch als das San Francisco Japans beschrieben, direkt am Meer, h\u00fcgelig und mit einem guten Tram-Netz (die heissen hier &#8222;Streetcars&#8220;) versehen. Zus\u00e4tzlich speziell an Nagasaki ist die Tatsache, dass die Diamond Princess &#8211; also unser Schiff &#8211; hier auf der Mitsubishi-Werft gebaut wurde, d.h. das Schiff kommt quasi nach Hause. Das freut die Einheimischen sehr, so dass sie im Hafen erstens einen gr\u00f6sseren Event mit diversen Schiffen organisiert haben und zweitens am Abend bei unserer Abfahrt auch noch ein Sch\u00fclerorchester ein paar Lieder gespielt hat. Zudem kamen viele Einheimische an den Hafen und haben uns zum Abschied zugewinkt. Die Diamond Princess ist scheinbar im 2014 das n\u00e4chste Mal wieder hier in Nagasaki.<!--more Weiterlesen--><\/p>\n<p>Die Stadt hat knapp 500&#8217;000 Einwohner (Japan ungef\u00e4hr 130 Mio) und damit hat sich unser Wissen \u00fcber Nagasaki leider bereits erledigt, da wir diesmal keinen Reisef\u00fchrer hatten. Die &#8222;Immigration&#8220; hat sich hier in Japan etwas aufwendiger gestaltet: man musste mit einer Passkopie und einer provisorischen Bewilligung ausger\u00fcstet durch die Passkontrolle, dort wurde ein Foto von jedem gemacht und gleichzeitig auch noch die Fingerabdr\u00fccke der beiden Zeigefinger genommen. Und da alle Passagiere des Schiffs (rund 2&#8217;000 Menschen) dieses Prozedere \u00fcber sich ergehen lassen mussten (auch jene, die auf dem Schiff bleiben wollten), dauerte das &#8222;Rauskommen&#8220; mehr als eine Stunde.<\/p>\n<p>Wir haben gedacht, dass wir den anderen Schiffstouristen aus dem Weg gehen und haben uns eine Tageskarte f\u00fcr das Tramnetz gekauft. Mit Hilfe einer Touristenkarte sind wir dann mal mit der Linie 5 ein paar Stationen Richtung Zentrum gefahren. Dann war der erste Wechsel der Tram-Linie f\u00e4llig, was sich dann etwas schwieriger gestaltet hat, da wir zwar die Farben den Linien problemlos zuordnen konnten, die Richtung der Trams aber an den Haltestellen nicht angeschrieben war. Beim Suchen nach der Richtung hat uns dann eine Einheimische weitergeholfen und erkl\u00e4rt, dass die Richtung bei dieser Station unten in der Unterf\u00fchrung angeschrieben ist. Das ist uns \u00fcbrigens w\u00e4hrend dem ganzen Tag etwa drei Mal passiert &#8211; dass uns Passanten von sich aus Hilfe angeboten haben, sobald wir die Karte angeschaut haben. Da k\u00f6nnten wir uns in der Schweiz ruhig auch mal ein Beispiel nehmen!<\/p>\n<p>An den Trams ist \u00fcbrigens interessant, dass man da via Flatrate bezahlt, d.h. jede Fahrt kostet gleichviel, egal wie lange man f\u00e4hrt. Nachteilig ist aber, dass man in der Mitte (des sehr kleinen Trams, d.h. genau ein Wagen) einsteigen muss und vorne beim Fahrer wieder aussteigen. Zudem muss man den Fahrpreis genau abgez\u00e4hlt in eine Maschine einwerfen &#8211; der Fahrer verdankt das zwar bei jedem Fahrgast pers\u00f6nlich, Wechselgeld gibt er aber keines. Das gibt es bei Bedarf hinten im Tram an einem anderen Automaten.<\/p>\n<p>Schlussendlich sind wir wie geplant in der N\u00e4he des Hauptbahnhofs gelandet und sind dort die Amu Plaza &#8211; eine Shopping Mall &#8211; anschauen gegangen. Ausser den Signeten, Piktogrammen, Telefonnummern und Preisen haben wir \u00fcberhaupt nichts verstanden, da nirgends etwas in Englisch angeschrieben war. Trotzdem war es sehr interessant, es gab unter anderem ein &#8222;Entertainment &amp; Sound&#8220;-Geschoss, wo ein Teil der Fl\u00e4che durch eine Art Casino belegt wurde &#8211; es gab hunderte von Gl\u00fcckspiel-Automaten, an welchen man um Getr\u00e4nke, Schokolade, Pl\u00fcschspielzeug, etc. spielen konnte. Das scheint die Japaner jedenfalls ziemlich zu begeistern.<\/p>\n<p>Da Sue ja den Vorsatz gefasst hatte, in Japan Sushi zu essen, haben wir uns dann auf die Restaurant-Ebene begeben, wo es diverse Speiselokale hatte. Nach Durchsicht der Auslagen &#8211; es scheint in Japan \u00fcblich zu sein, dass die Gerichte in Plastik in einer Vitrine ausgestellt werden &#8211; haben wir uns dann f\u00fcr ein eher gediegeneres Lokal entschieden. Leider hat die Bedienung kein Englisch gesprochen, aber wir konnten immerhin mit H\u00e4nden und F\u00fcssen verifizieren, dass wir mit Plastik bezahlen k\u00f6nnen (f\u00fcr die Preise im Restaurant hatten wir n\u00e4mlich zuwenig Geld gewechselt bzw. ein grosser Teil ging schon f\u00fcr die Tram-Tageskarte drauf). Dank der universellen Zeichensprache konnten wir dann das gew\u00fcnschte Essen bestellen und das hat uns gar nicht schlecht gemundet &#8211; fairerweise muss man dazu sagen, dass wir uns halt das &#8222;Schweizer&#8220; Sushi gew\u00f6hnt sind und die Fische hier durchaus auch andere Konsistenzen und Geschm\u00e4cker aufweisen k\u00f6nnen&#8230; \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Beim anschliessenden WC-Gang konnte man die Verspieltheit der Japaner erleben: da gab es ein einzelnes Handwaschbecken ohne weitere Apparaturen darum herum. Wenn man vorne links die H\u00e4nde hin hielt, wurde Seife gespritzt, vorne rechts kam das Wasser zum H\u00e4ndew\u00e4schen und hinten in der Mitte konnte man die H\u00e4nde hinhalten, dann wurden sie mit warmer Luft getrocknet. Muss man auch zuerst mal kapieren&#8230; \ud83d\ude42 Auch die Art, wie die Sp\u00fclung der Toilette funktioniert, muss durch Ausprobieren erst mal herausgefunden werden &#8211; lesen kann man die Beschriftung der verschiedenen Kn\u00f6pfe ja nicht. In der Damentoilette gab es \u00fcbrigens auch eine Art &#8222;Baby-Halterung&#8220; &#8211; falls Mami alleine mit dem Nachwuchs unterwegs ist, kann das Kind derweil in diesem Sitz platziert werden.<\/p>\n<p>Danach sind wir zum Verdauungsspaziergang etwas dem Wasser nach gelaufen, d.h. in die N\u00e4he der Dejima Wharf. Um die Tram-Karte noch etwas zu amortisieren, sind wir dann mit der blauen Tramlinie bis an die Endstation gefahren, wo wir dank der englischen Touristen-Beschriftung (immerhin!) dann die Takashima Shuhan Old Residence bzw. den Sofukuji Tempel besucht haben. Beides war nicht so der Hit, darum sind wir dann wieder zu Fuss durch ein paar Gassen gelaufen, bis wir pl\u00f6tzlich in einer Shopping-Arcade gelandet sind. Dort sind die Gesch\u00e4ft links und rechts der Strasse angeordnet und das Ganze ist \u00fcberdacht &#8211; sehr angenehm und luftig. Dort haben wir uns dann bei &#8222;Mister Donut&#8220; einen Nachtisch geg\u00f6nnt, wobei wir auch diesmal mit Gesten, Verbeugungen und freundlichem L\u00e4cheln erfolgreich waren.<\/p>\n<p>Am Schluss haben wir uns dann ein wenig unter die Leute gemischt und die Japaner beobachtet &#8211; schon interessant, wie das hier &#8222;anders&#8220; ist &#8211; vorwiegend die Kleidung; irgendwie westlich und doch so ganz anders. Fazit: wir sollten in Japan noch ein paar andere St\u00e4dte anschauen &#8211; d\u00fcrfte spannend sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag, dem 28. April besuchten wir &#8211; wiederum bei sch\u00f6nem und warmem Wetter &#8211; Nagasaki in Japan. Traurige Ber\u00fchmtheit erlangte Nagasaki dadurch, dass die Amerikaner die zweite (viel st\u00e4rkere und &#8222;Fatman&#8220; genannte) Atombombe im zweiten Weltkrieg hier heruntergehen liessen. &hellip; <a href=\"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/2012\/05\/tram-nagasaki\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[51,50],"class_list":["post-180","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kreuzfahrt","tag-japan","tag-nagasaki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=180"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":181,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/180\/revisions\/181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mitdabei.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}